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Mauern und Wände - ab sofort geht es aufwärts

Aufgabe der tragenden Außenwände ist die Ableitung der Las­ten des Hauses über die Fundamente in den Boden. Die Dicke der Mauern hängt demnach von der Größe der Last ab. Man unterscheidet zwei Haupt­arten für die Bauweise der Wän­de: Stein auf Stein und Verfüll­systeme. Die traditionellen massiven Wän­de bieten in Bezug auf Stand­sicherheit und Wohnklima ausgezeichnete und dauerhafte Wer­te.

Allerdings müssen sie nach den bewährten Regeln des Mauerwerkbaus gemauert werden. Die Verfüllelemente werden in der Regel übereinander gestapelt und anschließend mit Beton verfüllt. Die Stärke der Mauern hängt in jedem Fall von den statischen Erfordernissen ab und wird vom Architekten berechnet. Der Regelfall ist heutzutage eine 30 bis 36 cm dicke Wand. Mit Innen- und Außenputz erreichen diese Wände eine Stärke von 40 cm. Mit plangeschliffenen, großformatigen Ziegeln benötigt man nur noch ca. 1,5 Stück für den Quadratmeter Mauer­werk.

Frü­her waren hier durchschnittlich 5 Ziegelsteine notwendig. Normal ist heute auch eine Porosierung fast aller Mauer­steine mit einer niederen Roh­dichte, ausreichender statischer Festigkeit und hoher Wärme­dämmfähigkeit. Entscheidenden Einfluss auf die Güte der Wand hat der Mörtel. Traditionelle Dickbettmörtel haben zu große Wärmeverluste. Immer mehr Steinhersteller gehen zu Dünn­bettmörtel für die Lagerfugen über. Sie bilden die Stoßfugen mit einer Labyrinth-Verzahnung aus, die eine Vermörtelung überflüssig macht.

Ein spezieller Außenputz für die Wind- und Schlagregendichtheit muss si­chergestellt sein. Voraussetzung ist eine Fugendicke von weniger als 5 mm. Die maximale Konstruktions-Wandstärke ergibt sich aus der Verwendung von 49 cm dicken Steinen, die mit Putzen dann 52,5 cm dick sind. Bei Verwendung sogenannter Leichtmörtel und -putze erreichen diese Wände die Werte eines Niedrigenergiehauses.

Alternativen sind einschalige Wände mit Wärme­dämmputzen und Wärmedämm­verbundsystemen sowie vorge­hängten Fassaden. Die Regel bei heutigen Ein- oder Mehrfamilienhäusern sind mehr­schalig ausgeführte Wände. Der Begriff Schale wird einmal im Sinne von angeklebten und angemauerten Schalen sowie im Sinne von zweischichtigem Mauer­werk mit oder ohne Dämmung und/oder Hinterlüftung genutzt. 

Wesentliches Merkmal mehr­scha­li­ger Wände ist die unterschiedliche Funktion der einzelnen Schalen. Hintermauerwerk trägt, dämmt und reguliert die Feuchtigkeit der Luft- oder Dämm­schicht. Die Vormauerschale schützt vor Schlagregen und sonstigen Witterungseinflüssen.
 
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