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Von der Nasszelle zum Wellnesstempel

Laut einer Studie planen in Deutschland die Hälfte aller Haushalte eine Verschönerung ihres Bades. Solche Überlegungen zeugen vom wachsenden Stellenwert des Badezimmers. Die Bereitschaft steigt, in funktionale Badmöbel und den Sanitärbereich zu investieren. Doch auch der „emotionale“ Nutzen eines Bades, die dort stattfindende Wohnkultur, das Badezimmer als Rückzugs-, Erholungs- oder Wellnessraum und nicht zuletzt der Life-Style gewinnen immer mehr an Bedeutung. Eine allgemeine Verbreitung von Badezimmern in Deutschland fand erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt.

Bei Neubauten in den 1950ern sprach man noch von einer Nass­zelle. Zuvor wurde in Wannen, Bottichen oder Zubern in der Küche, Waschküche oder in Städten in öffentlichen Bä­dern, den so genannten Volks­bädern, gebadet. Ein Badezim­mer konnten sich bis zu diesem Zeitpunkt nur sehr wohlhabende Leute leisten. Für den Luxus ei­nes Badezimmers mussten folgende Voraussetzungen erfüllt sein: ein separates Zimmer, das möglichst beheizt ist, fließendes Wasser, ein Anschluss zur Hauskanalisation, ein zusätzlicher Ofen oder Boiler, der groß genug ist, um relativ viel Wasser zu beheizen und letztendlich eine Wanne. Eine Übergangsform stellt das sogenannte Frankfurter Bad dar, die Badewanne befand sich bei dieser Art von Wohnung in der Küche oder in einem anderen Zimmer.

Die Zeiten haben sich geändert; etwa ein bis zwei Stunden verbringt der Mensch täglich in seinem Badezimmer. Zu viel Zeit, um das Ambiente neben Dusche und Co. zur Neben­sache zu erklären. Stattdessen geht der Trend in Richtung Wellnessbad, hin zu einem stimmungsvollen, individuellen Raum, in dem man den Tag gerne beginnt und beendet. Rasieren, Duschen, Schminken oder in der Wanne eine Auszeit vom Alltag nehmen: das Badezimmer ist für die meisten Menschen inzwischen weit mehr als eine simple Nasszelle. Zwi­schen Waschbecken und Wanne kann man sich bei ausgiebigem Duschen und genüsslichen Pfle­ge­ritualen vom Stress im Büro oder Haushalt erholen.

Leider hält die Optik vieler Bäder mit den Ansprüchen nicht mit – gerade in älteren Mietwohnungen werden die Bewohner oft noch mit alten Armaturen und Kacheln in Moosgrün oder Sahara-Beige gequält. Doch Accessoires von schlicht bis witzig können selbst in solche Bäder ein wenig Erfrischung bringen. Fachleute aus der Bad- und Sanitär­branche „zaubern“ Ihnen sogar in den kleinsten Raum eine exklusive Badeoase. Egal ob im Land­haus­stil mit viel Holz und rus­tikalen Kacheln oder im modernen Stil mit viel Chrom und klar akzentuiert, jeder Geschmack lässt sich bedienen.

Übrigens: in Badezimmern gelten besondere genormte Sicherheitsbestimmungen für die elektrischen Anlagen (in Deutschland: DIN VDE 0100-701). So darf man etwa Geräte für Netzanschluss nicht mit Wasser in Be­rührung bringen und nicht in der Nähe von Wasser benutzen, das in Bade­wanne, Waschbecken oder anderen Gefäßen enthalten ist. Außerdem sollten im Badezimmer durch Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) geschützte Steckdosen eingebaut sein, bei Neuinstallation ist der Einbau von FI- Schutzschaltern sogar Pflicht.
 
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